Die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung ist der Zusammenschluss der drei Arbeitskreise  für gemeinnützige Familienerholung: evangelische Familienerholung, Kath. Arbeitskreis für Familienerholung und Paritätischer Arbeitskreis für Familienerholung, in dem sich Häuser der Arbeiterwohlfahrt, des DRK, der Naturfreunde und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zusammengeschlossen haben.

Gemeinnützige Familienferienstätten gehören zu den Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Im achten Sozialgesetzbuch zählt Familienerholung zusammen mit Familienberatung und Familienbildung zu den präventiven Hilfen, die allen Familien offen stehen. Nach Ansicht des Deutschen Vereins bietet die Familienerholung „besondere Möglichkeiten zur Stärkung familialer Ressourcen, Kompetenzen und Selbsthilfepotentiale als präventives Angebot für Familien (§ 16 Abs. 2 SGB VIII) und hat den Anspruch dazu beizutragen, den familiären Zusammenhalt zu stärken, Familien zu entlasten, Belastungen und Krisen präventiv zu begegnen und über weiterführende Hilfen zu informieren. Angebote der Familienerholung können in diesem Sinne – als Bestandteil eines konsistenten und bedarfsgerechten Gesamtsystems ineinandergreifender Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung von Familien und Kindern – einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Elternkompetenz und zum Schutz des Kindeswohls leisten“. Die geschieht insbesondere durch:

  • eine Entlastung für die Eltern
  • das soziales Lernen der Kinder
  • die Beziehungsförderung in der Paar- und Eltern-Kind-Beziehung
  • die Förderung von non-formaler und formaler Eltern- und Familienbildung
  • Beratungsangebote und „Lotsenfunktion“
  • das Erleben von Gemeinschaft  und einem voneinander lernen

Familienferienstätten richten ihre Arbeit an und für Familien aus, um sie für den Alltag zu stärken, indem sie gemeinsame Zeit für die Familie fördern, aber auch von „Care-Aufgaben“ entlasten durch Kinderbetreuung und besondere Angebote für Familien mit behinderten und chronisch kranken Familienmitgliedern. Neue Impulse für ein gesundes, gelingendes Familienleben werden u.a. gegeben durch Angebote der Bewegungsförderung und der Entspannung sowie Beratungsangebote z.B. für gesunde Ernährung.

Urlaub wird so gestaltet, dass Eltern und Kinder sich wohlfühlen. Alle Häuser setzen dabei eigene Schwerpunkte: Erlebnispädagogik, Gesundheit, Natur und Umwelt, musisches und kreatives Gestalten, Sport.

Familienferienstätten pflegen das Miteinander: Menschen mit und ohne Behinderung, Menschen verschiedener Kulturen, Alt und Jung: Alle sind willkommen. Besonders im Blick sind finanziell benachteiligte und/oder kinderreiche Familien, allein Erziehende sowie Familien mit behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen. Aufenthalte in Familienferienstätten werden in einigen Bundesländern abhängig von Einkommen durch Zuschüsse gefördert.

Orte der Familienerholung sind i.d.R. gemeinnützige Familienferienstätten in freier Trägerschaft. Von der Nordsee bis zum Bodensee, vom Hunsrück bis zur Lausitz und immer in landschaftlich reizvoller Umgebung gibt es 99 gemeinnützige Familienferienstäten in Deutschland. Das Angebot reicht vom Vollpensionshaus bis zum Feriendorf mit Selbstversorgung mit insgesamt ca. 1.500.000 Übernachtungen im Jahr.