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Bundesberatungsnetzwerk Azubi-Wohnen gestartet

15.10.2026

Bezahlbarer Wohnraum ist für viele junge Menschen eine wichtige Voraussetzung, um eine Ausbildung außerhalb ihres Heimatortes aufnehmen zu können. Gleichzeitig wird es in vielen Regionen zunehmend schwieriger, passende und finanzierbare Wohnmöglichkeiten zu finden. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) fehlen je nach Szenario zwischen 23.000 und über 70.000 Wohnheimplätze für Azubis.

Vor diesem Hintergrund ist am 14. Oktober 2026 in Berlin der Startschuss für das Bundesberatungsnetzwerk Azubi-Wohnen gefallen. An der Auftaktveranstaltung nahm auch Bundesbauministerin Verena Hubertz teil, deren Ministerium zu den Partnern des neuen Netzwerks gehört.

Mit dem neuen Netzwerk setzt die Bundesregierung einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um: Beratungskompetenzen zum Azubi-Wohnen sollen gebündelt und bundesweit zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, weitere Akteure für den Ausbau von Wohnangeboten für Auszubildende zu gewinnen, Erfahrungen auszutauschen und erfolgreiche Kooperationsmodelle sichtbar zu machen. Das Bundesberatungsnetzwerk Azubi-Wohnen vereint unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Wirtschaft, Interessenvertretungen und Praxis.

Partner des Netzwerks sind:

  • Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB)
  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
  • RegioKontext GmbH
  • DIHK Service GmbH
  • Azubiwerk München e.V.
  • DGB-Jugend
  • Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)
  • Verband der Kolpinghäuser e.V. (VKH)

Als Netzwerkpartner bringt der VKH seine langjährige Erfahrung im Bereich des Azubi- und Jugendwohnens in die gemeinsame Arbeit ein. Viele Kolpinghäuser bieten jungen Menschen während ihrer Ausbildung seit Jahren bezahlbaren Wohnraum, Gemeinschaft und verlässliche sozialpädagogische Begleitung. Diese Verbindung von Wohnen und sozialpädagogischer Begleitung prägt auch das Selbstverständnis der Initiative AUSWÄRTS ZUHAUSE, deren Rechtsträger der VKH ist. Als trägerübergreifender Zusammenschluss von Einrichtungen des Azubi- und Jugendwohnens setzt sich die Initiative für gemeinsame Qualitätsstandards ein. Die sozialpädagogische Begleitung ist dabei ein verbindlicher Bestandteil des Angebots. Sie unterstützt junge Menschen bei der Bewältigung ihres Ausbildungsalltags, fördert ihre persönliche und soziale Entwicklung und kann dazu beitragen, Ausbildungsabbrüche zu verhindern.

Diese fachliche Perspektive soll auch in die Arbeit des Bundesberatungsnetzwerks einfließen. Ziel ist es, bewährte Konzepte und Qualitätsstandards sichtbar zu machen, den Wissenstransfer zwischen den beteiligten Akteuren zu stärken und Impulse für die Schaffung und den Ausbau von bezahlbarem, bedarfsgerechtem Wohnraum für Auszubildende zu setzen.

Christina Borchert, Geschäftsführerin des Verbandes der Kolpinghäuser und der Initiative AUSWÄRTS ZUHAUSE

„Wir wissen aus unserer langjährigen Arbeit im Azubi- und Jugendwohnen, wie entscheidend passende Wohnangebote und eine sozialpädagogische Begleitung für einen erfolgreichen Ausbildungsweg sind. Das neue Bundesberatungsnetzwerk bietet die Chance, dieses Wissen stärker zu vernetzen und dort nutzbar zu machen, wo neue Wohnangebote entstehen sollen.“

Maria Kraft, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Kolpinghäuser

„Der Zugang zu einer Ausbildung darf nicht daran scheitern, dass junge Menschen keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Deshalb ist es wichtig, dass das Azubi- und Jugendwohnen stärker in den politischen Fokus rückt. Das neue Bundesberatungsnetzwerk ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung.“

Für den VKH bietet die Mitarbeit im Bundesberatungsnetzwerk die Möglichkeit, seine fachliche Expertise aus dem Azubi- und Jugendwohnen in den bundesweiten Austausch einzubringen. Gleichzeitig soll das Netzwerk dazu beitragen, die Bedeutung von Wohnraum für Auszubildende stärker in den Blick von Politik, Kommunen, Unternehmen und Trägern zu rücken. Denn wo Ausbildungsplätze und Wohnraum zusammen gedacht werden, entstehen bessere Chancen für junge Menschen und ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung.

Pressekontakt:

Marina Emmerich (Fachreferentin Azubi- und Jugendwohnen VKH)

Mail: Emmerich@kolpinghaeuser.de

 

 

Info zum Bildmaterial:

Quelle: Eigene Darstellung 

v.l.n.r.: Dr. Kirstin Kielbassa-Schnepp (ZDH), Christina Borchert (VKH), Bundesministerin Verena Hubertz (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen), Kerstin Griese (Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales), Sophie Schlingmann (DGB Jugend).